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Eichhörnchen im Winter

Von manchen Tieren bekommen wir den ganzen Winter lang nichts zu sehen, andere hingegen sind auch im Winter äußerst aktiv. Eichhörnchen gehören weder zur einen noch zur anderen Kategorie. Sie halten in der kalten Jahreszeit eine Winterruhe. Dabei wird zwar die Aktivität im Vergleich zum Sommer deutlich heruntergefahren, im Gegensatz zu Winterschläfern bleibt die Körpertemperatur aber hoch, so dass regelmäßig Energie über Nahrung aufgenommen werden muss.

Nur gut, dass die Eichhörnchen im Herbst reichlich Vorräte vergraben haben. Allerdings erinnern sich die Tiere nicht genau an alle ihre Verstecke. Es wird einfach systematisch abgesucht, wobei ihnen ihr gut ausgebildeter Geruchssinn behilflich ist. Trotzdem finden Eichhörnchen nie alle vergrabenen Schätze wieder, so dass sich aus vielen versteckten Samen Bäume entwickeln können. Bei sehr ungünstiger Witterung verbringen Eichhörnchen auch mal den ganzen Tag nur in ihrem Kobel. Diesen legen sie sich aus abgenagten Zweigen an, die sie kunstvoll miteinander verbinden und mit Moos und Gras auspolstern.

Das wohl eindrücklichste Körpermerkmal des Eichhörnchens ist der körperlange, buschige Schwanz. Dieser hat den Tieren auch ihren wissenschaftlichen Namen verliehen. „Sciurus“ setzt sich aus den beiden Worten für „Schatten“ und „Schwanz“ zusammen, womit gemeint ist, dass sich das Eichhörnchen mit dem buschigen Schwanz selbst beschatten kann. Der Schwanz ist für die Tiere tatsächlich von großer Bedeutung, allerdings eher in anderer Hinsicht: er ist eine wichtige Hilfe beim Balancieren auf Ästen und Steuerruder bei weiten Sprüngen. Zugleich dient er der Kommunikation mit Artgenossen. Auch der sonstige Körperbau macht Eichhörnchen zu perfekten Kletterern. Die großen, kräftigen Hinterbeine verleihen ihnen eine enorme Sprungkraft und die scharfen Krallen sorgen für perfekten Halt.

Die Farbe der Eichhörnchen ist sehr variabel und reicht von rotbraun bis rein schwarz. Interessanterweise treten die Färbungen in Abhängigkeit der Umgebung auf. Je kühler und feuchter das Klima, desto eher sind die Eichhörnchen dunkel gefärbt. Die dunklere Farbvariante ist zugleich meist mit einem längeren, dichteren Fell ausgestattet.

Eichhörnchen stellen recht geringe Ansprüche an ihren Lebensraum. Wichtigster Faktor ist das Vorhandensein energiereicher Kost in Form von Samen und Früchten wie Fichtensamen, Haselnüsse, Bucheckern usw. Eichhörnchen können aber auch ganz anders. Wenn sie die Gelegenheit haben, bedienen sie sich auch mal an Eiern oder Jungvögeln aus einem Vogelnest. Und im Herbst werden Eichhörnchen gar zu Pilzsammlern. Pilze, die nicht direkt gefressen werden, werden dann in Astgabeln zum Trocknen aufgehängt. Eichhörnchen sind Kulturfolger und scheuen auch die Nähe menschlicher Siedlung nicht. Deswegen trifft man sie auch oft in Parks und Gärten an, wo sie sich im Winter auch gerne mal an der Vogelfütterung bedienen.

Bereits zu dieser Jahreszeit beginnt die Paarungszeit bei Eichhörnchen. Meist finden zwei Würfe pro Jahr statt, die jeweils etwa 5 Jungtiere umfassen. Allerdings überlebt nur ein sehr kleiner Anteil der Jungtiere das erste Lebensjahr. Ist dies aber geschafft, können die Nager in freier Wildbahn bis zu 8 Jahre alt werden.