Mehr als ein atemberaubender Aussichtspunkt

Felskopfvegetation - Etwas ganz Besonderes

Felskopfvegetation mi Berg-MargeriteQuelle: © Haus der Natur Beuron

Auf Felsköpfen, wie sie am Aussichtspunkt Eichfelsen vorkommen, wachsen ganz besondere Pflanzen, die oft selten und in ihrem Bestand bedroht sind. Diese haben sich an die überaus schwierigen Wuchsbedingungen auf den Felsen angepasst, die von Nährstoffmangel, Hitze und Trockenheit geprägt sind. Auch wenn die Pflanzen äußerst robust gegenüber den widrigen Lebensbedingungen sind, sind sie extrem empfindlich gegenüber Trittbelastung.

Berg-Steinkraut und Weißer Mauerpfeffer auf FelskopfQuelle: © Haus der Natur Beuron

Pflanzen, die auf Felsköpfen vorkommen, sind echte Überlebenskünstler. Bei den hier vorherrschenden Bedingungen können die meisten Arten nicht bestehen. An Felsen findet sich kaum Erde, die Halt für Wurzeln bieten, Wasser speichern und Nährstoffe bereitstellen könnte. Im Sommer steigen die Temperaturen auf der Felsoberfläche auf bis zu 70° C und an eisigen Frosttagen bietet der karge Fels kaum Schutz.

Um trotz der extremen Bedingungen überleben zu können, haben sich die Pflanzen angepasst. So besitzen Pfingst-Nelken kleine, schmale Blätter, die mit einer Wachsschicht überzogen sind. Durch diese wird die Verdunstung niedrig gehalten und die Pflanze gegen Austrocknung geschützt. Andere Arten wie der Mauerpfeffer besitzen in ihren fleischigen Blättern ein Wasserspeichergewebe ähnlich dem der Kakteen. Das Berg-Steinkraut hingegen setzt auf besonders lange Wurzeln, um möglichst viel Wasser zu erreichen. 

Die Felsvegetation im Donautal weist außerdem viele Reliktarten auf, wie z. B. das Kugelschötchen. Dabei handelt es sich um Pflanzen, die hier ein isoliertes Vorkommen abseits des eigentlichen Verbreitungsgebietes besitzen. „Relikt“ deswegen, da diese Arten im Donautal Überbleibsel vergangener Eiszeiten sind. Damals wurden Pflanzen aus dem Alpenraum von Gletschern verdrängt und wanderten bis zu uns in die damals vorherrschende baumfreie Tundrenlandschaft. Nach der Eiszeit konnten sie sich nur an den weiterhin waldfreien Felsen halten.


Wanderer verhalten sich vorbildlichQuelle: © Haus der Natur Beuron

Zwar ist die Felsvegetation im Donautal perfekt an ihren Lebensraum angepasst, viele der Pflanzen sind aber sehr trittempfindlich und verschwinden, wenn die Flächen regelmäßig betreten werden. Wenn Sie einige Verhaltensregeln beachten, können Sie dazu beitragen, dass die Felsköpfe weiterhin wertvolle Lebensräume bleiben und uns Menschen durch den bunten Anblick erfreuen.

  • Betreten Sie Felsköpfe nur auf ausgewiesenen Aussichtspunkten.
    Felsköpfe gehören zu den gesetzlich geschützten Biotopen und dürfen im Allgemeinen nicht betreten werden.
  • Bleiben Sie auf den offiziellen Wegen und beachten Sie Absperrungen.
    Wilde Trampelpfade führen zu großen Beeinträchtigungen des empfindlichen Lebensraumes.
  • Betreiben Sie keine wilden Feuerstellen.
    Es kann auf den oft trockenen Felsbereichen nicht nur sehr schnell zu Bränden kommen. Durch die Asche werden die nährstoffarmen Flächen gedüngt, wodurch andere, weniger seltene Pflanzen diesen Lebensraum erobern und die bedrohten Überlebenskünstler der Felsköpfe verdrängen.
  • Hinterlassen Sie keine Abfälle 
    Nehmen Sie Abfälle mit nach Hause und entsorgen Sie diese ordnungsgemäß.

Wer die besondere Pflanzenvielfalt der Felsen kennen lernen will, kann dies auch, ohne den Lebensraum zu gefährden. Im „Irndorfer Felsengarten“ kann man rund 100 Pflanzenarten entdecken, ohne dass man sensible Bereiche betreten muss. Der Felsengarten befindet sich in direkter Nähe des Eichfelsen.