Nachtaktiver Baumbewohner

Siebenschläfer

Der Name ist Programm: etwa sieben Monate des Jahres verbringen Siebenschläfer im Winterschlaf. Doch jetzt, wo der Frühling endlich Einzug gehalten hat, werden die Nagetiere wieder aktiv. Allerdings bekommt man Siebenschläfer auch dann eher selten zu Gesicht. Sie sind nachtaktiv und kaum am Boden unterwegs, sondern vorwiegend auf Bäumen und Sträuchern.

Auf den ersten Blick werden Siebenschläfer gerne mit Eichhörnchen, Wieseln oder Mäusen verwechselt. Das ist aber alles nicht zutreffend: Siebenschläfer gehören zur Familie der Bilche oder -einfacher ausgedrückt- der Familie der Schlafmäuse. Hierzu gehören z.B. auch Gartenschläfer und Haselmaus.

Siebenschläfer sind grau gefärbt, haben eine Körperlänge von etwa 20 cm, und einen langen, buschigen Schwanz. Dieser ermöglicht es den Tieren, selbst auf dünnsten Zweigen zu balancieren. Und der Schwanz kann Siebenschläfern in gefährlichen Situationen das Leben retten: Wird ein Siebenschläfer bei seinen nächtlichen Touren z.B. von einer jagenden Eule ergriffen, kann die Schwanzhaut abgestreift werden. So geht zwar ein Teil der wichtigen Balancehilfe verloren, aber der Siebenschläfer entgeht dem sicheren Tod.

Siebenschläfer sind hervorragende Kletterer und können ohne Anlauf drei Meter weit springen. Sie haben nicht nur spitze Krallen, die für guten Halt sorgen, sondern besondere Sohlenballen: diese sind klebrig und funktionieren wie eine Art Saugnapf. Da ist auch das Erklimmen von Bäumen mit glatter Rinde kein Problem. Das ist auch wichtig, denn Siebenschläfer wohnen z.B. gerne in alten Spechthöhlen in Bäumen. Am liebsten sind die Tiere in Mischwäldern unterwegs, die ihnen reichlich Nahrung bescheren. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Bucheckern, Eicheln, Nüsse sowie Beeren und Obst. Aber auch in strukturreichen Gärten und Obstwiesen fühlen sich die Siebenschläfer wohl.

Fressen ist das, was Siebenschläfer nach Schlafen wohl am besten können. Denn in den wenigen Monaten, in denen Siebenschläfer aktiv sind, müssen sie sich so viele Fettreserven anfressen, dass sie den langen Winterschlaf überleben können. Direkt nach dem Winterschlaf ist ein Siebenschläfer etwa 70g leicht. Bis zum Oktober wird dieses Gewicht mindestens verdoppelt. 

Die Fähigkeit, sehr schnell an Gewicht zuzulegen, war aber nicht immer hilfreich für die Nagetiere. Bei den Römern galten sie als Delikatesse. Sie wurden in speziellen Gefäßen gehalten und gemästet und landeten dann auf dem Speiseplan. Das ist heute natürlich nicht mehr von Bedeutung, Siebenschläfer sind nach Bundesartenschutzverordnung geschützt.

Mit dem Siebenschläfertag Ende Juni hat das Nagetier im Übrigen nichts zu tun. Diese Bezeichnung beruht auf einer alten Legende der Sieben Schläfer von Ephesus.

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