Emsige Hügelbauer

Waldameisen

Es geht wieder rund im Wald – wer beim Spazierengehen auf ein Waldameisennest trifft, kann nach der Pause im Winter dort wieder emsiges Treiben beobachten. Waldameisen leben nicht allein, sondern gemeinsam in einem Staat, ähnlich wie Honigbienen. Dabei hat jede Ameise eine bestimmte Aufgabe.

Königinnen sind für das Legen der Eier zuständig und sichern somit das Fortbestehen des Staates. Die Männchen leben nur kurz für die Fortpflanzung. Bei den Arbeiterinnen gibt es verschiedene Zuständigkeiten: Manche sind außerhalb des Hügels unterwegs und machen sich dort auf die Jagd, an das Herbeischaffen von Baumaterialien, das Bewachen des Nestes oder an Hügelbauarbeiten. Im Inneren des Nestes gibt es Arbeiterinnen, die sich auf das Füttern und Pflegen des Nachwuchses spezialisieren oder auch auf den Innenausbau. Junge Ameisen starten ihre Berufslaufbahn zunächst im Nest. Erst mit etwas mehr Erfahrung geht es dann hinaus in die Umgebung. Obwohl die Tiere klein sind, können sie mehrere Jahre alt werden, Ameisenköniginnen sogar bis zu 20 Jahre.

Viele Waldameisen bauen auffällige Hügelnester. Diese entstehen durch das Sammeln von verschiedenen Pflanzenteilen wie Nadeln und Zweigstücke aus der Umgebung. Die Ameisen legen sich enorm ins Zeug, so dass ein Hügel bis zu 2 m hoch werden kann. Das Nest setzt sich aber auch in den Boden fort. Dort wird gut geschützt der Nachwuchs herangezogen. Solch ein großer Bau bietet mehreren Hunderttausend Ameisen eine Unterkunft. Die kleinen Tiere erbringen bei ihrer Bautätigkeit enorme Kraftleistungen. Eine Ameise kann etwa das 40fache ihres eigenen Körpergewichtes tragen. Den Winter verbringen die Tiere tief im Inneren ihres Nestes, wo Schutz vor Frost besteht. An den ersten warmen Frühjahrstagen wärmen sich einige Arbeiterinnen auf dem Nest in der Sonne auf und tragen die Wärme mit ihren Körpern in den Bau, um dem restlichen Volk aus der Winterstarre zu helfen.

Der große Ameisenstaat hat einen enormen Nahrungsbedarf. Die Arbeiterinnen eines großen Staates fangen einige Kilogramm Insekten im Jahr. Zusätzlich steht auch Honigtau, die Ausscheidung von Läusen, in großen Mengen auf dem Speiseplan. Auf den Wegen außerhalb des Nestes orientieren sich Ameisen vor allem über Duft. Die Tiere geben entsprechende Duftmarken ab, die den Weg für sie und ihre Kolleginnen markieren, mit denen aber auch Gefahren kommuniziert werden können.

Ameisen sind für Ökosysteme von großer Bedeutung. Viele Pflanzen werden über die kleinen Krabbler verbreitet z.B. Leberblümchen und Lerchensporn. Ihre Samen verfügen über zuckerhaltige Anhängsel, die den Ameisen als Nahrung dienen. Auch in der Nahrungskette spielen die Tiere eine große Rolle. Ameisen erbeuten selbst jede Menge Insekten und können so Schädlingspopulationen regulieren. Außerdem verwerten sie tote Tiere und gelten somit als „Gesundheitspolizei des Waldes“. Zugleich sind sie aber auch Nahrungsgrundlage z.B. für verschiedene Vögel. Waldameisen und ihre Nester stehen aufgrund ihrer Bedeutung unter Naturschutz.