Landwirtschaft für Artenviefalt

Die Höfe

Blick auf Gut Gründelbuch mit Blühstreifen im VordegrundQuelle: © Haus der Natur Beuron

Ausgangspunkt für das Projekt zur Förderung der Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Betrieben war das Gut Gründelbuch in Buchheim. Das hohe Interesse der Pächter und des Hofbesitzers an Naturschutzthemen hat dazu geführt, gemeinsam mit dem Naturschutzzentrum die Projektidee zu entwickeln. Die Hofflächen wurden als Projektgebiet ausgewiesen, so dass eine Förderung von Naturschutzmaßnahmen über die Landschaftspflegerichtlinie möglich ist. Gut Gründelbuch dient als Modellbetrieb, auf dem wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt werden, von denen auch andere Landwirte profitieren können. In der Zwischenzeit haben bereits weitere Höfe Interesse am Projekt bekundet und sind als Projektpartner hinzugekommen.

Acker Gut Gründelbuch mit AckerwildkräuternQuelle: © Haus der Natur Beuron

Gut Gründelbuch liegt auf fast 800 m Höhe mitten im Naturpark Obere Donau zwischen Stuttgart und Bodensee. Das Gut verfügt über 71 ha landwirtschaftliche Fläche, davon 32 ha Grünland und 39 ha Ackerland. Zum Gutshof gehören darüber hinaus 44 ha angrenzende Waldflächen. Der Betrieb wird seit 1998 als Biobetrieb bewirtschaftet.

Der Hof war der Ausgangspunkt der Idee zum Projekt zur Förderung der Artenvielfalt in der Landwirtschaft. Anfang 2019 fand auf dem Betrieb ein Pächterwechsel statt. Auch der neue Pächter hat sich bereit erklärt, am Projekt mitzuwirken.

Das Gut Gründelbuch bietet aufgrund seiner langjährigen ökologischen Bewirtschaftung die besten Voraussetzungen, um einer großen Anzahl von Arten passenden Lebensraum zu bieten. Trotzdem sind auf den recht großen Schlägen noch vielfältige Möglichkeiten zur ökologischen Aufwertung gegeben. Strukturierte Bereiche mit Biotopen finden sich aktuell nur in relativ geringem Umfang. Die Arrondierung des Betriebs bietet besonders gute Voraussetzungen zur Vernetzung von Maßnahmen (Biotopverbund).

Auf Gut Gründelbuch werden unterschiedliche ökologische Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt umgesetzt. Besondere Rücksicht wird auf die betrieblichen und naturräumlichen Gegebenheiten des Gutes genommen. Zu Beginn des Projektes im Frühjahr/Sommer 2018 wurde eine Bestandsaufnahme verschiedener Artengruppen und Biotope durchgeführt. Dadurch wurde einerseits die Auswahl geeigneter Maßnahmen ermöglicht. Andererseits bietet die Bestandserhebung zugleich die Möglichkeit zur späteren Erfolgskontrolle.


Gallushof bei Schloss BronnenQuelle: © Haus der Natur

Der Gallushof liegt unterhalb von Schloss Bronnen auf der Gemarkung Fridingen im Naturpark Obere Donau. Der landwirtschaftliche Betrieb ist ringsum von Wald umgeben und umfasst etwa 44 ha Gesamtfläche. Der Hof wird als reiner Grünlandbetrieb geführt. Der Tierbestand umfasst eigene Pferde sowie Pensionspferde, Esel, Ziegen und Schafe. Zusätzlich werden im Sommer einige Flächen durch Rinder eines benachbarten Betriebes beweidet. Seit 2017 ist der Betrieb nach EU-Bio-Richtlinie ökologisch zertifiziert.
Der Gallushof wurde 2019 Partnerbetrieb im Projekt. Ein die Hofflächen umfassendes Projektgebiet wurde im Frühjahr 2019 beantragt und ausgewiesen. 2019 fand auf dem Betrieb die Kartierung des Ausgangsbestandes statt. Auf Basis der Ergebnisse wurden Maßnahmenvorschläge erarbeitet, die ab 2020 umgesetzt werden.


Limpurger Rinder auf Weide bei Hof HafersackQuelle: © Haus der Natur

Der Hof Hafersack liegt in Gutenstein im Landkreis Sigmaringen direkt an der Donau. Die Demeter Landwirtschaft umfasst etwa 24 Hektar Grünland. Betriebszweige sind die Ausbildung von Pferden und Reitern bzw. Fahrern und eine kleine, aber feine Mutterkuhhaltung mit Zuchttieren der gefährdeten Rasse Limpurger.

Das Heu als wichtigstes Futtermittel des Betriebes wird auf den biodynamisch bewirtschafteten Grünlandflächen selbst gewonnen. Einige dieser Flächen sind als FFH-Mähwiesen kartiert. Zum Betrieb gehören außerdem Streuobstwiesen, die als Sommerweide der Kühe genutzt werden. Der selbst produzierte Apfelsaft wird direkt vermarktet. Zur Förderung der Artenvielfalt werden zunächst die Pflege und Neuanlage einer Streuobstwiese mit regionalen, alten Obstsorten in Angriff genommen sowie die Anlage von Steinriegeln mit Heckenabschnitten.