Naturverträglich und umweltschonend

Klettern

Kletterer an einem Felsen Quelle: Haus der Natur Beuron

Das Donautal weist nicht nur eine lange Klettertradition auf, sondern ist auch noch heute ein beliebtes Klettergebiet. Die Kalkfelsen bieten dabei Kletterrouten in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Mit dem 120 m hohen Schaufelsen besitzt das Donautal außerdem den höchsten Kletterfels Deutschlands außerhalb der Alpen.

Neben der sportlichen Bedeutung gehören die Felsen des Donautals aber auch zu den wenigen noch ursprünglichen Lebensräumen, die das Land Baden-Württemberg zu bieten hat. Aus diesem Grund sind die Felsen seit Beginn der 90er Jahre unter Schutz gestellt (§30 BNatSchG).

Um die Interessen der Kletterer zu wahren und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Natur in einem vertretbaren Rahmen zu halten, erließ das Landratsamt Sigmaringen eine Kletterregelung. Die „Allgemeinverfügung über die Kletterregelung Oberes Donautal“ legt fest, welche Felsen vom grundsätzlichen Verbot befreit sind und daher ganzjährig oder jahreszeitlich befristet beklettert werden dürfen. Freigegebene Felsen sind entsprechend ausgeschildert.

Um das Klettern möglichst naturverträglich zu gestalten beachten Sie bitte folgende Punkte:

  • Möglichst umweltschonend mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Falls das Auto genutzt wird: Fahrgemeinschaften bilden und ausgewiesene Parkplätze nutzen.
  • Bitte berücksichtigen Sie die aktuelle Kletterregelung und temporäre Sperrungen während der Brutzeit. Achten Sie auf die Infotafeln vor Ort.
  • Nutzen Sie zum Erreichen des Felsfußes die angelegten Zustiegswege. So schonen Sie die besondere Vegetation der Felslebensräume und Schutthalden.
  • Vermeiden Sie bewachsene Felsbereiche und betreten Sie Felsköpfe möglichst nicht.

Felsen sind Lebensräume der Extreme. Viele der hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sind absolute Spezialisten und sehr selten. Kommen an einem Felsen viele gefährdete und empfindliche Pflanzenarten vor, würden diese durch den Kletterbetrieb stark geschädigt werden. An solchen Felsen ist das Klettern daher ganzjährig verboten.

Ebenfalls ganzjährig gesperrt sind Felsen, an denen Uhus brüten. Diese sind dauerhaft auf den Lebensraum Fels angewiesen. Nach der Brutzeit im Frühjahr erkunden Junguhus ehe sie flügge werden „zu Fuß“ den Fels und bleiben auch anschließend bis in den Herbst an ihrem Brutfelsen. Bereits im November beginnt dann die erneute Balzzeit der Alttiere.

Andere felsbrütende Vogelarten sind nur während der Brutzeit auf absolute Ruhe am Fels angewiesen. So sind Felsen, an denen Kolkrabe oder Wanderfalke brüten, grundsätzlich von 1.1. bis 31.7. gesperrt und Felsen, an denen Dohlen ihren Nistplatz haben, von 16.2. bis 15.7. Aufgrund der geltenden flexiblen Regelung können entsprechende Felsen bereits früher freigegeben werden, wenn die Vogelbrut vorab abgeschlossen ist.

Für die Dohle gilt allerdings eine weitere Sonderregelung. Bereits im Herbst finden sich die Brutpaare zusammen. Während der „Verlobungszeit“ im Oktober sind daher Dohlenbrutfelsen gesperrt – allerdings nur bis 12 Uhr mittags. Das Balzen ist bei den Dohlen im Terminkalender nur vormittags vorgesehen…

Die Broschüre „Klettern im Naturpark Obere Donau“ gibt einen guten Einblick in den naturverträglichen Klettersport im Donautal. Ausführlichere Informationen erhalten Sie z. B. im Kletterführer Donautal von Georg Hermann und Mathias Schöllhammer (panico-Verlag), den Sie im Haus der Natur erwerben können.

Besonders im Fokus stand über viele Jahre der Schaufelsen. Hier wurde im aufwendigen „Projekt Schaufels“ als Kompromiss zwischen Kletter- und Naturschutzinteressen eine zeitlich und räumlich differenzierte Kletterregelung erlassen.

Neben dem Schaufelsen sind auch weitere Felsen im Tal aufgrund der Vogelbrut jahreszeitlich befristet freigegeben. Das Ende der Sperrung kann je nach Abschluss der Vogelbrut zeitlich variieren. Aktuelle Informationen finden sich auf den Seiten des DAVs sowie der IG Klettern Donautal.

Interne Links

Externe Links