Und sonst...

Sonstige Maßnahmen

Hecken sind wichtige LandschaftselementeQuelle: © Haus der Natur

Auch abseits der direkt landwirtschaftlich genutzten Flächen lassen sich ökologische Aspekte berücksichtigen, die sich positiv auf die Artenvielfalt auswirken. Von besonderer Bedeutung können verschiedene Landschaftselemente sein, die den Strukturreichtum erhöhen und somit vielseitige Lebensbedingungen schaffen. Aber auch auf der Hofstelle an sich kann einiges bewirkt werden. Schon kleine Maßnahmen wie das Offenlassen von Scheunentoren, um Schwalben den Zugang zu Nistmöglichkeiten zu gewähren, können von großer Bedeutung sein. Je nach Gelände und zur Verfügung stehendem Platz sind verschiedenste Maßnahmen möglich.

Streuobstwiese bei IrndorfQuelle: Haus der Natur Beuron

Was wird gemacht?

Erhalt und Förderung bzw. Neuanlage von Streuobstwiesen mit regionalen und lokalen Obstbaumsorten. Hierzu bedarf es der regelmäßigen Pflege der Obstbäume sowie der Flächen unter den Bäumen z. B. durch Nutzung als Wiese oder Weide.

Das bringt es

Streuobstwiesen gehören mit zu unseren artenreichsten Lebensräumen. Deswegen ist ihr Erhalt von besonderer Bedeutung. Durch die traditionell naturverträgliche Nutzung können artenreiche Wiesenflächen erhalten werden. Die Kombination von Wiese und Bäumen bietet einer Vielzahl von Tieren passende Lebensbedingungen. So werden z. B. Insekten, Vögel und viele weitere Arten durch Verbesserung geeigneter Lebens-, Brut- und Deckungsräume gefördert. Sie sind außerdem ein wichtiger Beitrag zur Biotopvernetzung. Neben der ökologischen Bedeutung ist auch der Erhalt der genetischen Ressourcen von Obstbaumsorten ein wichtiges Anliegen. Auf vielen Streuobstwiesen finden sich noch heute regionale und lokale, zum Teil sehr alte und seltene Obstbaumsorten, deren Fortbestand gesichert werden kann. Auf diese Weise wird ein wichitges Element unserer Kulturlandschaft erhalten.


Hecke und WieseQuelle: © Haus der Natur

Was wird gemacht?

Durch Landschaftselemente und Strukturen in der Landschaft entstehen vielfältige Lebensräume. Zu solchen Strukturelementen gehören z. B. Feldraine, Säume, Einzelsträucher, Hecken, Feldgehölze, Einzelbäume, Baumreihen, Steinriegel, Totholzhaufen, Altbäume und stehendes Totholz. Manche von dieses Strukturen sind auf eine extensive Pflege angewiesen, um dauerhaft erhalten zu werden. So kann es beispielsweise notwendig sein, Steinriegel durch Mahd oder Beweidung offen zu halten. Hecken müssen abschnittsweise auf den Stock gesetzt werden, um das Durchwachsen zu Baumhecken zu verhindern. 

Das bringt es

Ökologische Aufwertung der Kulturlandschaft durch Förderung der Biodiversität. Durch den Erhalt von Landschaftselementen werden ökologisch besonders wertvolle Lebensräume geschützt. Dies dient der Förderung von Insekten, Vögeln, Niederwild und vielen weiteren, wildlebenden Tieren (wie z. B. Reptilien, kleine Nagetiere). Landschaftselemente können außerdem von großer Bedeutung im Biotopverbund sein, da sie als Trittsteine zur Verbindung von Lebensräumen dienen können. Zusätzlich strukturieren und bereichern sie das Landschaftsbild.


Altbäume mit TotholzQuelle: © Haus der Natur

Was wird gemacht?

Alte Bäume sowie absterbende bzw. abgestorbene Bäume werden nicht entfernt, sondern auf der Fläche belassen. Auch Totholz in Bäumen wird erhalten, sofern keine Gründe der Verkehrssicherungspflicht dagegen sprechen.

Das bringt es

Alte Bäume mit hohem Totholzanteil sind wertvoller Lebensraum für viele Tiere, insbesondere Insekten. Besonders besonntes Totholz ist bei einigen spezialisierten Insekten sehr begehrt. In alten, absterbenden Bäumen finden sich oft Bruthöhlen, die von verschiedenen Vogelarten sowie weiteren Tieren genutzt werden. Solche Bäume mit vielen Sonderstrukturen und Totholz sind in unseren Wirtschaftswäldern Raritäten. Finden sich Altbäume oder abgestorbene Bäume auf den eigenen Flächen lohnt es sich also, diese zu erhalten. Denn bis ein Baum zu einem solchen wertvollen, strukturreichen Altbaum heranwächst, vergehen über 100 Jahre.


TotholzhaufenQuelle: © Haus der Natur

Was wird gemacht?

Anlage einer Lagerstelle für Holz oder Schnittgut. Äste bzw. Reisig, welches z. B. bei der Pflege von Streuobstbäumen anfällt, wird aufgehäuft und so belassen. Weiteres Schnittgut kann immer wieder ergänzt werden.

Das bringt es

Für viele Kleintiere werden auf diese Weise wertvolle Lebens-, Brut- und Deckungsräume geschaffen. Von Totholzhaufen profitieren z. B. Insekten, Spinnen, Kleinsäuger wie Mäuse und Igel, Amphibien, Reptilien sowie einige Vogelarten wie beispielsweise der Zaunkönig.


Ergänzung bestehender Hecke mit Verbissschutz aus WolleQuelle: © Haus der Natur

Was wird gemacht?

Neupflanzung von Sträuchern zur Neuanlage oder Erweiterung bereits bestehender Heckenstrukturen. Idealerweise kommen dabei verschiedene einheimische sowie standortgerechte Straucharten zum Einsatz, so dass eine vielfältige Hecke entsteht. Hecken sollten aus mehreren Pflanzreihen bestehen, um eine optimale Heckenbreite zu erreichen. Außerdem sollte auf beiden Seiten der Hecke genügend Raum für einen Krautsaum eingeplant werden, der extensiv gepflegt wird. Besonders bedeutsam sind dornige Sträucher (insbesondere für den Neuntöter) sowie blütenreiche und fruchttragende Sträucher, die vielen Tieren als Nahrungsgrundlage dienen können.

Das bringt es

Hecken sind wertvolle Lebensräume. Sie bieten auf kleinem Raum ganz unterschiedliche Lebensbedingungen und können somit die Lebensraumansprüche vieler Arten erfüllen. Sie sind in der sonst oft ausgeräumten Landschaft wichtige Rückzugsmöglichkeiten für Tiere und sind auch in der Biotopvernetzung von zentraler Bedeutung. Außerdem sind Hecken mit ihrer windbremsenden Wirkung auch ein optimaler Erosionsschutz sowie bedeutender Filter von Partikeln aus der Luft. Nicht zuletzt bereichern und gliedern sie das Landschaftsbild.


SteinriegelQuelle: © Haus der Natur

Was wird gemacht?

Lesesteine, die vom Acker oder von sonstigen Flächen gesammelt werden, werden zu länglichen Häufen aufgeschichtet. Die Steine sollten großteils Durchmesser von 20-40 cm aufweisen. Damit die Lesesteinhaufen nicht zu schnell zuwachsen, sollten sie ausreichend breit angelegt werden. Je nach vorhandener Steinmenge können idealerweise etwa 2 m breite und 5 m lange Steinriegel angelegt werden. Die Lesesteinhaufen sollten an möglichst besonnten, warmen Stellen errichtet werden

Das bringt es

Vor allem wärmeliebende Reptilien und Insekten profitieren von den Steinriegeln. Diese heizen sich in der Sonne auf und bieten für solche Arten perfekte Lebensbedingungen. Doch nicht nur die sonnigen Stellen sind heiß begehrt. Im unteren Bereich der Steinhaufen entstehen immer auch schattige, kühle Rückzugsmöglichkeiten. Diese werden z. B. sehr gerne von Amphibien wie Erdkröten genutzt, die sich an heißen Tagen vor der Sonne verstecken.


Blausterne im HofQuelle: © Haus der Natur

Was wird gemacht?

Förderung wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch naturnahe Gestaltung und Pflege des Geländes und der Gebäude der Hofstelle sowie nicht bewirtschafteter Flächen. Das kann verschiedenste Aspekte umfassen wie z. B. Erhalt, Pflege und Neupflanzung von standorttypischen Bäumen, Büschen, Sträuchern und sonstigen Pflanzen zur Schaffung von Lebensräumen und Begrünung und Strukturierung des Hofgeländes. Zäune und Mauern können als Kleinbiotope gestaltet und erhalten werden. Weiterhin können bei der Auswahl von Zierpflanzen für den Garten ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt werden, so dass möglichst standorttypische Nahrungspflanzen für Insekten eingesetzt werden. Pflegemaßnahmen auf den Hofflächen und Wegrainen sollten nur eingeschränkt und naturverträglich durchgeführt werden. Dies lässt sich beispielsweise durch Beweidung mit Schafen statt Mähen/Mulchen oder nur abschnittsweises Mähen erreichen.

Das bringt es

Auch die Hofflächen an sich können wichtiger Lebensraum für viele Arten sein. Durch überlegte Pflegemaßnahmen und eine ökologische Gestaltung des Geländes können Insekten, Vögel, Fledermäuse und weitere, wildlebende Tiere durch Verbesserung geeigneter Lebens-, Brut- und Deckungsräume gefördert werden. Außerdem entsteht so ein attraktives Arbeits- und Wohnumfeld für die Hofbewohner sowie eine ansprechende Umgebung für Hofkunden.


WildbienennisthilfeQuelle: © Haus der Natur

Was wird gemacht?

Erhalt von bestehenden und Gestaltung neuer Brut-, Nist- und Ruheplätze für z. B. Insekten, Vögel und Fledermäuse. Bestehende Elemente wie alte Stein- und Lehmmauern, Mauervorsprünge, Holzwände und Dachkonstruktionen, Fensterläden, Brennholzstapel, alte Bäume, Sträucher und Hecken sowie Totholz beherbergen oft viel mehr Leben, als es auf den ersten Blick scheint. Sie sollten wo immer möglich erhalten werden. Reicht das Angebot an solchen Strukturen nicht aus, können künstliche Nisthilfen sich positiv auswirken. Einfach umzusetzen ist das Anbringen von Vogelnistkästen an Gebäuden, Bäumen oder ähnlichen, geschützten Bereichen. Hiermit können Höhlen- und Halbhöhlenbrüter unterstützt werden. Wichtig ist auch, dass ein freier Zugang zu den Brutplätzen gewährt wird, z. B. durch Offenstehenlassen von Dachfenstern, Stall- und Scheunentoren am Tag und in der Nacht (zumindest im Sommerhalbjahr).

Auch für Wildbienen kann eine Nisthilfe angelegt werden. Wildbienen leben im Gegensatz zur Honigbiene meist solitär. Je nach Art benötigen sie unterschiedliche Brutplätze. Mit Wildbienennisthilfen lassen sich vor allem die Nistmöglichkeiten für Hohlraumbrüter verbessern. Zentrale Elemente für die Nisthilfe sind Laubharthölzer mit Bohrungen unterschiedlichen Durchmessers sowie hohle Stängel verschiedener Art wie z. B. Schilf oder Bambus.

Das bringt es

Verbesserte Nistmöglichkeiten unterstützen den Fortpflanzungserfolg von Insekten, Vögeln, Fledermäusen und weiteren, wildlebenden Tieren. Natürlich können durch künstliche Nisthilfen nicht alle Arten gefördert werden. Meist fördert man vor allem solche Arten, die eher geringe Lebensraumansprüche besitzen und noch häufig vorkommen. Gerade Wildbienennisthilfen sind aber eine schöne Möglichkeit, solche Tiere zu beobachten und die Berücksichtigung der Lebensraumansprüche von Bienen bei der Bewirtschaftung nicht aus dem Blick zu verlieren.


Was wird gemacht?

Gezieltes Versorgen von Wildtieren mit Futter und Wasser bei bestehendem Bedarf. Im Winter z. B. Aufstellen und Pflege von Futterstellen (z.B. Vogelhäuschen), die für freilebende Vögel mit Vogelfutter bestückt werden. Außerdem sollten geeignete Futterpflanzen (wie beispielsweise Disteln) den Winter hindurch bis zum nächsten Frühjahr belassen werden. Im Sommer ist das Aufstellen und Pflegen von Tränkebecken oder Schalen, die mit Wasser gefüllt sind, eine gute Möglichkeit, Wildtiere zu unterstützen

Das bringt es

Förderung von wildlebenden Tieren durch Verbesserung des Zugangs zu Futter und Wasser. Vor allem Unterstützung von heimischen Vögeln.